Miteinander!

Guten-Morgen-Gedicht:

Guten Morgen, Mutter Erde!

Danke, für alles was du uns gibst!

Guten Morgen, wünsch ich dir!

Danke, dass du uns alle liebst!

Ich möchte immer nett und freundlich sein,

denn dann bin ich mit Sicherheit nie allein!

Alexandra Marx, BEd

 

Download – AB Guten-Morgen-Gedicht

Ich bin der Meinung, dass Kinder eines ganz besonders brauchen. Rituale! Rituale geben Kindern das Gefühl von Sicherheit. Sicherheit hat, wie wir alle wissen, für den Menschen Priorität. Wir haben viele verschiedene Rituale in unserer Klasse, wie etwa das oben genannte Gedicht, das wir jeden Morgen aufsagen, das tägliche Einstellen unseres Wochentagbaumes, unserer Lernuhr und unseres Lernkalenders, sowie das Zurechtrücken der Wetteranzeiger. Auch das immer gleiche Einläuten und Abhalten der Pausen, der Erzählkreis, die freie Lesezeit und das Rechentraining mit Timer zählen zu unseren Ritualen.

Ordnung und Struktur sind mir auch besonders wichtig. Da auch dies den Kindern Geborgenheit suggeriert. Muss man bspw. eine Hausübung oder Schulübung abgeben, wird diese immer in die entsprechende Schublade gelegt: DLS – rot, M – blau, SU – grün, Sonstige – pink. Alles hat seinen Platz und seine Ordnung. Wir haben auch eine feste Anstell- und Sitzkreisordnung, sowie Aufstellordnung im Turnunterricht. Dies erspart Zeit und vermeidet unnötige Diskussionen.

Außerdem haben die Kinder verschiedene Aufgaben in der Klasse, welche auch auf deren Richtigkeit kontrolliert werden. Wir haben Bibliothekare für unsere klasseneigene Bibliothek, Milchmänner und Milchfrauen für die Schulmilch, Boten, Ausleih- und Jausenstationsbeauftragte, sowie Bodenprofis und vieles mehr. Die Kinder lieben es „nützlich“ zu sein, zu helfen und etwas zur Gemeinschaft beizutragen. Meistens erledigen sie daher ihre Aufgaben auch sehr gewissenhaft.

Ein weiterer wichtiger Punkt für eine funktionierende Klassengemeinschaft stellt für mich Konsequenz dar. Konsequentes Verhalten ist für mich Grundvoraussetzung bei einer Lehrperson. Allerdings darf Konsequenz niemals mit Boshaftigkeit verwechselt werden. Eine konsequente Lehrperson ist etwas völlig anderes, als eine „böse“ Lehrperson. Vor einer konsequenten Lehrperson hat man nämlich Respekt und vor einer „bösen“ Angst. Ich bin davon überzeugt, dass man niemanden respektieren kann, vor dem man Angst hat. Auch Schreien, Brüllen und Schlimmeres hat für mich nichts mit einer respekteinfordernden Lehrerpersönlichkeit zutun, sondern viel mehr mit Hilflosigkeit. Und in meiner Rolle als Führungskraft, was man als Lehrperson nunmal ist, muss man stets einen  kühlen Kopf im Job bewahren können, um weiterhin das Gefühl der Sicherheit zu gewährleisten und die Klasse leiten zu können. Zudem ist man schreiend und aggressiv kein sonderlich gutes Vorbild. Anstatt zu schreien sollte man mit den Kindern kommunizieren. Werden die Kids lauter, wird man z.B. leiser. Will man, dass die Kleinen flüstern, sollte man selbst flüstern. Funktioniert prima! Auch nonverbale Kommunikation stellt eine große Hilfe dar (z.B. ausgemachte Handzeichen, feste Plätze, etc.). Wir haben bei uns in der Klasse das Lernbereitsystem. Ihr könnt es euch hier bei mir gerne herunterladen.

Download – Lernbereitsystem 

Die Kärtchen mit den Namen der Kinder müsst ihr jedoch noch selbst dazu basteln.

Wenn die Kinder morgens in die Schule kommen, schauen sie auf die Tafelkarten (wenn nötig) und erledigen der Reihe nach diese Aufgaben:

  • die Lehrperson begrüßen
  • Schulsachen am Tisch herrichten
  • Hausübungen und Co. in die entsprechenden Schubladen legen
  • eigenes Namenskärtchen auf Lernbereit geben

Dann erst können sie spielen, lesen, malen und sich mit anderen Kindern austauschen gehen.

Beim ersten Verstoß kommt man auf Achtung, beim zweiten auf die gelbe Karte und beim dritten Verstoß auf die rote Karte. Bei vorbildlichem Verhalten kann man sich, solange man auf Achtung oder der gelben Karte ist, wieder hocharbeiten. Erst bei Rot erfolgt eine Konsequenz (sehr gravierende, andere oder sich selbstverletzende oder gefährdende Verstöße ausgeschlossen). Dies bietet den Kindern Transparenz und es wird auf Fehlverhalten sofort reagiert, ohne dass die Lehrperson selbst den Unterricht (bspw. mit Schreierei) stört.

Ich glaube auch, dass es Kindern Sicherheit gibt, wenn sie das Gefühl geschenkt bekommen, dass sie und ihre Familien so angenommen werden, wie sie nun eben sind. Diskriminierung, Etikettierung und Schubladendenken sind nämlich so gar nicht pädagogisch. Bereits im Studium, wurde uns gelehrt Etikettierung zu vermeiden und uns auch deren Folgen bewusst gemacht. So etwas sollte einem als Erwachsener eigentlich gar nicht mehr beigebracht werden müssen und einem doch eigentlich der Hausverstand und die eigene grundgegebene Empathiefähigkeit sagen. „Was du nicht willst, das man dir tut, das tu auch keinem anderen!“ – Ein wunderschöner Satz mit so viel Bedeutung. Die goldene Regel nicht nur in meinem Klassenzimmer, sondern auch in meinem Privatleben. Keiner will gerne ausgegrenzt und/ oder benachteiligt werden. Ich möchte, dass allen prima Kids und ihren Familien dieser Welt mit viel Liebe und weniger Hass begegnet wird. Daher auch dieses Beitragsbild. Egal wie jemand aussieht, oder aussehen will – haltet einfach alle zusammen für eine bessere Welt!